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Leserbriefe · April / Mai 2026

Leserbriefe

Vier Stimmen aus der Leserschaft über Vorurteile, Begegnungen und Autos, die ihre Fahrer ununterbrochen belehren.

Wir lieben den Dialog mit euch!

Schreibt uns, wenn ihr etwas zu einer Ausgabe auf dem Herzen habt.

redaktion@mein-kiez.de · mein/4, Schönhauser Allee 52, 10437 Berlin

Liebe Redaktion,

Ich habe den Leserbrief von Gabi Gerhard gelesen – und musste danach erst einmal eine Pause machen. Nicht, weil die Geschichte so spektakulär ist, sondern weil sie so ehrlich ist.

Diese Szene an der Treppe, dieses Zögern, dieses stille Urteil – und dann die Umkehr. Das hat mich getroffen, weil ich mich darin wiedererkenne. Am meisten hat mich der Satz des Mannes bewegt. Wie oft muss jemand solche Erfahrungen gemacht haben, um so etwas zu sagen? Dieser Leserbrief ist kein netter Text. Er ist ein Spiegel. Danke dafür.

Herzliche Grüße, Claudia W.

Sehr geehrte Redaktion,

Der Leserbrief von Gabi Gerhard hat mich beschäftigt – allerdings nicht nur im positiven Sinne. Die Geschichte zeigt eindrücklich, wie tief Vorurteile in uns allen sitzen. Gleichzeitig frage ich mich, warum es überhaupt so weit kommen muss, dass ein hilfsbereiter Mensch sich selbst als „so einer wie ich“ bezeichnet.

Vielleicht sollten wir nicht nur über individuelle Begegnungen sprechen, sondern auch darüber, wie unsere Gesellschaft Menschen aufgrund ihres Äußeren ausgrenzt – und ihnen dieses Gefühl überhaupt erst vermittelt. Die Szene an der Treppe bleibt hängen – gerade, weil sie so viel über uns alle erzählt.

Mit freundlichen Grüßen, Karin M.

Hallo mein Kiez,

Ich habe beim Lesen der Kolumne von Wladimir Kaminer mehrfach laut „Ja!“ gesagt. Dieses Auto, das einen ständig belehren will – ich kenne das.

Meins piept, wenn ich zu nah an die Linie komme, es piept, wenn ich angeblich zu müde bin, und es piept wahrscheinlich auch bald, wenn ich falsch atme. Ich fahre seit 30 Jahren unfallfrei. Mein Auto seit drei Monaten – und es traut mir keinen Meter. Manchmal wünsche ich mir einfach nur ein Lenkrad, vier Räder und Ruhe.

Grüße, Andreas V.

Guten Tag,

Ich habe nichts gegen Fortschritt. Aber ich habe etwas dagegen, dass mein Auto mehr über mich zu wissen glaubt als ich selbst. Die Kolumne von Wladimir Kaminer bringt es auf den Punkt: Diese Technik ist nicht mehr nur Hilfe, sie wird zur Dauerbegleitung. Und ehrlich gesagt: Ich möchte beim Fahren nicht betreut werden.

Mit freundlichen Grüßen, Thomas G.