Berlin kurz nach dem Mauerfall – eine Stadt im Aufbruch. Hier lernt Steffen aus München den Dresdner Torsten kennen. Was sie zunächst verbindet, ist sexuelle Anziehung – und Steffens Ahnung, dass vielleicht mehr daraus werden könnte. Doch die Gegensätze zwischen dem „Wessi“ und dem „Ossi“ prägen Wahrnehmungen und Missverständnisse. Immer wieder geraten die beiden jungen Männer aneinander; auf jede Entfremdung folgt Zuwendung, wobei die Sehnsucht größer zu sein scheint als die tatsächliche Nähe.
Guten Morgen, Berlin ist jedoch nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern auch ein stimmungsvoller Roman über das experimentierfreudige Nachwende-Berlin. Und so ist die Stadt selbst die eigentliche Hauptfigur: Bars, Kneipen und Schwulensaunen, improvisierte Partys in Abrisshäusern und das allgegenwärtige Gefühl, dass alles möglich gewesen sein könnte. Felix Haß blickt in lockerem Plauderton auf das Berlin der frühen 90er-Jahre zurück, mit einem feinen Gespür für die Atmosphäre jener Jahre, in denen die wiedervereinte Metropole noch nicht die ernüchterte Hauptstadt, sondern eine berauschende Spielwiese war.
Felix Haß: Guten Morgen, Berlin. Querverlag 2026, 216 Seiten, 20,– €
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