Ob am Kollwitzplatz, auf dem Winterfeldtplatz oder im Preußenpark: Das Smartphone gehört längst zum Berliner Alltag. Es zeigt den nächsten Bus, speichert Eintrittskarten, verschickt Familienfotos und öffnet den Weg zu Kultur, Verwaltung und Bankgeschäften. Doch was für viele selbstverständlich ist, wird für andere zum Labyrinth aus Menüs, Passwörtern, Updates und QR-Codes.

Besonders ältere Berlinerinnen und Berliner, die den Wandel vom Tastenhandy zum Smartphone nicht von Anfang an begleitet haben, geraten dabei schnell an Grenzen. Spontane Hilfe fehlt häufig. Digitale Teilhabe ist aber kein Luxus: Wer Termine nicht online buchen, Fahrpläne nicht in Apps lesen oder Nachrichten nicht verschicken kann, verliert ein Stück Selbstständigkeit und manchmal auch den Anschluss an Familie und Nachbarschaft.

Eine erfahrene Begleiterin Eine, die seit mehr als zehn Jahren bei diesen Hürden hilft, ist die Smartphone-Trainerin Ina Küller. Ihr eigener technischer Weg reicht bis in die 1980er-Jahre zurück, als Computer noch mit kryptischen MS-DOS-Befehlen gesteuert wurden. Heute vermittelt sie Technik mit Geduld, Humor und pädagogischem Geschick. Gruppenkurse gibt sie nicht mehr – zu unterschiedlich sind Vorkenntnisse und Lerntempo. Stattdessen setzt sie auf Einzelunterricht.

Manche möchten lernen, wie man Fotos verschickt, andere brauchen Hilfe beim Online-Banking, bei Videotelefonaten oder beim Ausleihen von E-Books. „Wenn im Internet mal etwas nicht gleich klappt, versuchen wir es eben ein zweites Mal“, sagt sie. Gelassenheit sei der Schlüssel. Dass sie selbst im Seniorenalter ist, nimmt vielen die Scheu: Wenn sie das schafft, dann schaffe ich das auch.

Ina Küller vermittelt digitale Technik mit Geduld und Humor.
Ina Küller vermittelt digitale Technik mit Geduld und Humor.

Drei Kieze, ganz praktische Fragen In Wilmersdorf geht es etwa darum, Karten fürs Cosima-Filmtheater oder die Wühlmäuse zu buchen, die BVG-App zu nutzen oder digitale Bücher aus der Bibliothek am Bundesplatz auszuleihen. In Schöneberg wollen Nutzerinnen und Nutzer Eintrittskarten fürs Metropol bestellen, sicher eine App installieren oder vom Bayerischen Viertel aus navigieren. Im Prenzlauer Berg stehen das Kino in der Kulturbrauerei, die Bibliothek am Wasserturm und der Weg vom Helmholtzplatz zum Mauerpark auf der digitalen Aufgabenliste.

Es sind kleine Handgriffe, die große Erleichterung bringen. Ein erfolgreich heruntergeladenes Konzertticket, ein Videotelefonat mit den Enkeln oder ein gespeichertes Rezept für den Marktbesuch sind kleine Siege. Niemand muss alles verstehen. Es reicht, die Funktionen zu beherrschen, die für das eigene Leben wichtig sind.

Technik als Nachbarschaftsaufgabe Digitale Teilhabe hat auch eine soziale Seite. Im Café hilft eine Sitznachbarin beim WLAN, auf dem Markt erklärt jemand den QR-Code und im Treppenhaus zeigt ein Student dem älteren Nachbarn die neue App. So wird Technik zu einem gemeinsamen Projekt und das Smartphone zur Brücke zwischen Generationen.

Gemeinsam lernen verbindet die Generationen.
Gemeinsam lernen verbindet die Generationen.

Blick nach vorn: Künstliche Intelligenz Die nächste Herausforderung ist längst da. Künstliche Intelligenz begegnet uns in Suchmaschinen, Übersetzungen oder personalisierter Werbung. Auch das will Ina Küller ihren Schülerinnen und Schülern erklären. Es geht nicht darum, aus allen KI-Experten zu machen. Wer aber versteht, was hinter digitalen Vorgängen steckt, verliert Angst und gewinnt Sicherheit.

Am Ende entscheidet verständliche Unterstützung darüber, ob das Handy Freundschaften pflegt, Kultur zugänglich macht und Orientierung bietet – oder nur Frust erzeugt. Mit Geduld und Humor wird die digitale Welt Schritt für Schritt zu einem selbstverständlichen Teil des Alltags: in Wilmersdorf, Schöneberg und Prenzlauer Berg.