Vor 100 Jahren wurde Hildegard Knef geboren – in Ulm, nicht in Berlin, wie man vielleicht meint –, ist doch kaum ein anderer Star so eng mit der Hauptstadt verbunden wie die Schauspielerin, Sängerin und Autorin, die 1951 mit einer fünfsekündigen Nacktszene in Die Sünderin für einen der größten Skandale des deutschen Films sorgte, 1970 mit ihrer Autobiografie Der geschenkte Gaul einen Sensationserfolg landete und 1992 durch die Neuaufnahme ihres Chansons Für mich soll’s rote Rosen regnen mit der Rockband Extrabreit unsterblich wurde. Der Grafiker und Illustrator Moritz Stetter zeichnet Knefs Leben nun in Form einer Comicbiografie nach – auf Grundlage ihrer autobiografischen Schriften, ihrer Songs, zahlreicher Dokumente, ikonischer Fotos und Zeitzeugnisse. Er zeigt, wie Knef die letzten Kriegstage als Soldat verkleidet überlebte, wie sie zu ihrer ersten bedeutenden Filmrolle kam, wie ernüchternd ihr Ausflug nach Hollywood verlief und wie erschöpfend ihre Jahre am Broadway waren. Ganz in Knefs eigener Tradition stellt er die Erfolge oft in den Schatten ihrer späteren Rückschläge. Dass ihr selbstironischer Song Von nun an ging’s bergab leitmotivisch durch das Buch führt, scheint da nur folgerichtig. Für Knef-Neulinge bietet Stetters Biografie einen wunderbaren Einstieg in das facettenreiche Leben einer außergewöhnlichen Künstlerin. Und für langjährige Knef-Fans dürfte das Buch ein echtes Schmuckstück im Regal sein.
Buchtipp · Marc Lippuner · Wilmersdorf · Februar / März 2026
Hildegard Knef – vom Leben gezeichnet
Moritz Stetter erzählt Hildegard Knefs Leben als Comicbiografie.

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