Nachdem die Engländer 1945 erfolglos versuchten, unsere einzige Hochseeinsel der Meeresoberfläche gleichzumachen, waren die Zeiten für den Helgoländer Hummer nie wieder so wie früher. Am Restklumpen mit Stummel legten bald die Zollfreidampfer an. Manch ein Helgolandreisender verspürte Appetit auf ein heimisches Produkt (schon damals standen einige auf regionale Kost), und wieder ging es dem Hummer an den Kragen. Doch die eingeborenen Helgoländer sind kreativ. Besonders in langen Winternächten. In Hummerzuchtstationen erbrüteten sie Jahr für Jahr kleine Nachwuchskrabbler, damit Lebensunterhalt und Art gerettet werden. Beschlossen wurde, die lieben Tiere erst mit einem Mindestgewicht von zwei Kilo in den Kochtopf zu schmeißen,e und so den Bestand zu schonen. Doch das Leben blieb gefährlich für den Helgoländer Hummer. Nun begab es sich, dass die RegionalkostlerInnen auch das Ziel verfolgen, die Natur zu unterstützen und nicht weiter an dem Ast zu sägen, auf dem sie sitzen. Eigentlich im Interesse der Hummer. Trotzdem konnten sie sich gerade so unter Was- CC0 PD Andrea Stöckel

ser halten. Doch dann kam eins zum andern: Gas wird knapp, man schämt sich zu fliegen, Öl wird nicht mehr ins Feuer gegossen, höchstens noch in ein paar alte Heizungen. Das aber auch nicht mehr lange, denn wir haben jetzt Offshore-Windparks! Damit diese modernen Windmühlen in der stürmischen Nordsee nicht umgepustet werden, brauchen sie eine stabile Basis in Form eines stattlichen, gewichtigen Betonklumpens. Ähnlich den Wikingern, die sich lange vor Christoph Kolumbus mal verfahren hatten und dabei Amerika entdeckten, machten sich mutige Nachwuchshummer auf den Weg (vielleicht war es auch in die Strömung) und landeten am Fuße der Fundamente und stellten fest, dass das Leben dort, bei ähnlicher Topografie wie auf Helgoland, deutlich ungefährlicher ist. Und schon bedroht eine Hummer-Überbevölkerung das biologische Gleichgewicht der Nordsee. Also werden ab und zu einige Hummer zum Zwecke der Bestandsregulierung entnommen. An den Speisekarten Berliner Spitzenrestaurants ist dies schon zu erkennen. Der Hummer ist wieder da – auf dem Teller – und fachkundige Kreise ließen verkünden, dass der Verzehr dieses schmackhaften Viechs sogar eine gute Tat sei. Schade, dass Herrn Habeck dieser Kollateralschaden seines Tuns nicht mehr zu Ruhm und Ehre gereicht, ich hätte es ihm gegönnt. Es grüßt euer Andreas von colecomp Weitere Informationen colecomp Am Kollwitzplatz Prenzlauer Berg Wörther Straße 39 www.colecomp.de „Hummer sind lecker und gesund.“ „Ei weiß!“

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