Ab und zu schaue ich mir aus alter Verbundenheit zu meiner Heimat das Schleswig-Holstein Magazin an. Heute war ich etwas zu früh und bekam noch den Rest der Sendung davor mit. Wer weiß, ob das gut war. Worum ging es? Natürlich um KI. Dass es eine wachsende Zahl von Zeitgenossen gibt, die, bevor sie zur Gabel greifen, erst mal ihren Teller fotografieren, habe ich zur Kenntnis genommen. Ich habe mich fast schon dran gewöhnt. Jetzt gibt es einen Zweitnutzen für die Futterfotos: Man kann sie mit Hilfe von KI analysieren lassen. Was ist drin? Werde ich davon dick oder schwanger? Verhalte ich mich politisch korrekt? Kurz, alle wichtigen Fragen, die mit der Nahrungsaufnahme verbunden sind, werden nun automatisch beantwortet. Wow. Leider, so haben Experten festgestellt, ist diese KI nicht besonders zuverlässig. Sie hielt das Hackfleisch in der selbstgemachten Bolognese für Linsen.

Das kann bei Vegetariern zu Stoffwechselstörungen führen. Bei Fertiggerichten allerdings hat sie eine sehr hohe Zuverlässigkeit. Besonders dann, wenn man zusätzlich noch den QR-Code auf der Verpackung einscannt. „Es wird doch wohl möglich sein, auf so eine Beluga-Linse einen QR-Code drauf zu kriegen“, fiel mir spontan ein. Schließlich gibt’s auch schon Brillen, die das, was man sieht, sofort gen TikTok schieben. Dann kam glücklicherweise das Schleswig-Holstein Magazin und meine Gedanken schweifen Richtung Ostsee ab. Immerhin hat der Beitrag mir wieder bewusst gemacht, dass man genau überlegen muss, was man so zu sich nimmt. Ein Grund mehr, nun in ein mir vertrautes Gasthaus zu gehen, um ein isotonisches Getränk zu mir zu nehmen. Mit Spurenelementen, Mineralien, Vitaminen und ganz ohne Zuckerzusatz. Gesetzlich kontrolliert seit 1516!

Andreas Langholz

Am Nachbartisch prahlte jemand mit seiner neuen Apfel-Uhr, die den Blutdruck kontrolliert und ihn rechtzeitig weckt, wenn er nicht schlafen kann. Schöne neue Welt, Prost!